Smartphones sind längst mehr als Kommunikationsgeräte – sie werden zunehmend auch als Zahlungsterminals eingesetzt. Möglich macht das eine Technologie namens SoftPOS: Eine App verwandelt das Smartphone per NFC-Chip in ein vollwertiges Kartenlesegerät, ohne dass zusätzliche Hardware notwendig ist. Für Händler bedeutet das: Kartenzahlungen annehmen – jederzeit, überall, mit dem Gerät, das ohnehin immer dabei ist.
Dieser Leitfaden erklärt, was SoftPOS und Tap to Pay on iPhone genau bedeuten, für welche Händler sich die Technologie besonders lohnt und welche Angebote es auf dem deutschen Markt gibt.
Das Wichtigste auf einen Blick
● iPhone als Kartenlesegerät ist möglich dank SoftPOS-Technologie – das Smartphone wird per App und NFC-Chip zum Zahlungsterminal, ohne zusätzliche Hardware.
● SoftPOS, Tap to Pay on iPhone und Phone-POS bezeichnen dasselbe Konzept: Kartenzahlung direkt über eine App und den NFC-Chip des Smartphones.
● Akzeptierte Zahlungsmittel: Mastercard, Visa, V-Pay, Maestro, Apple Pay und andere digitale Wallets; Girocards mit Co-Badge.
● Sicherheit: SoftPOS-Lösungen sind PCI-DSS-zertifiziert; bei Tap to Pay on iPhone speichert Apple keine Kartendaten auf dem Gerät oder seinen Servern.
● Auch für Android verfügbar – gleiche Technologie, gleicher Ablauf.
Was ist SoftPOS – und warum ist das für Händler relevant?
SoftPOS (kurz für „Software Point of Sale") ist eine Technologie, die ein handelsübliches Smartphone oder Tablet per App in ein vollwertiges Zahlungsterminal verwandelt – ohne dedizierte Hardware. Der NFC-Chip (Near Field Communication) des Smartphones übernimmt dabei die drahtlose Kommunikation mit der Kundenkarte oder dem Kundengerät, genau wie beim klassischen Kartenterminal.
Tap to Pay on iPhone ist Apples Bezeichnung für diese Funktion auf iOS-Geräten. Technisch basiert sie auf demselben NFC-Standard, den herkömmliche Kartenterminals nutzen. Wichtig: Apple speichert dabei keine Kartennummern oder PIN-Informationen auf dem Gerät oder auf Apple-Servern – die Datensicherheit ist integraler Bestandteil der Technologie.
Phone-POS ist ein weiterer gebräuchlicher Begriff, der dasselbe Konzept beschreibt. Alle drei Begriffe – SoftPOS, Tap to Pay on iPhone und Phone-POS – meinen im Kern dasselbe: Kartenzahlung direkt über das Smartphone, ohne separates Lesegerät.
Für wen lohnt sich das iPhone als mobiles Kartenlesegerät?
SoftPOS ist keine Universallösung – aber für bestimmte Händler-Szenarien ist sie die effizienteste Wahl auf dem Markt.
Außendienst und mobile Dienstleister profitieren besonders: Handwerker, Lieferanten, Pflegedienste und Berater, die direkt beim Kunden vor Ort bezahlt werden wollen, können mit einem Smartphone in der Hosentasche auf ein zweites Gerät komplett verzichten.
Pop-up-Retail und Marktstände brauchen Flexibilität ohne Infrastruktur. Wer ein Wochenende auf dem Weihnachtsmarkt steht oder einen temporären Store betreibt, will keine Terminalmiete für stationäre Geräte zahlen und keinen Aufbau-Aufwand.
Gastronomiebetriebe mit wechselnden Standorten – Food Trucks, Cateringunternehmen, Imbisswagen – können jederzeit und überall Kartenzahlungen annehmen, ohne einen festen Kassenplatz zu benötigen.
Stoßzeiten-Entlastung im stationären Handel: Auch Einzelhändler und Restaurants mit fester Kasse nutzen SoftPOS sinnvoll, um an der Schlange vorbei zu kassieren oder Zahlungen am Tisch abzuwickeln – als ergänzendes Terminal zum bestehenden Setup.
Für alle diese Szenarien gilt: Das Smartphone ist immer dabei, der Einstieg kostet wenig, und es fällt keine teure Ersatzhardware an, wenn ein Gerät defekt ist.
Worauf sollte ich bei der Wahl eines SoftPOS-Anbieters achten?
Der Markt für SoftPOS-Lösungen in Deutschland wächst. Ein sachlicher Überblick der relevanten Optionen:
Nexi SoftPOS ist Einzelkauf für 19,95 € erhältlich. Das Disagio beträgt 1,19 % (Miet-Bundle) bzw. 1,69 % (Kauf)[1]. Nexi ist ein in Deutschland regulierter Acquirer mit direktem Händlervertrag, Reporting über das Nexi Merchant Portal und deutschem Kundenservice – verfügbar für iOS via Tap to Pay on iPhone und für Android.
PAYONE TAP ON MOBILE ermöglicht kontaktlose Kartenzahlungen direkt über das iPhone – ohne zusätzliches Terminal. Die Lösung richtet sich an Händler, die bereits PAYONE als Acquirer nutzen oder suchen, und ist über eine eigene App im Apple App Store verfügbar. Besonders für Bestandskunden von PAYONE bietet sich die Integration in die bestehende Payment-Infrastruktur an.
Apple Tap to Pay on iPhone ist keine eigenständige Bezahllösung, sondern eine Technologie-Plattform. Händler benötigen immer einen Payment Service Provider (wie Nexi oder PAYONE), der Tap to Pay on iPhone in seine App integriert hat. Apple stellt die sichere NFC-Infrastruktur bereit; die Konditionen und der Vertrag laufen über den jeweiligen Anbieter.
Tap to Pay mit SumUp bietet ebenfalls eine SoftPOS-Option über die SumUp App. Der Einstieg ist ohne Grundgebühr möglich, das Transaktionsentgelt liegt pauschal bei 1,39 %. SumUp richtet sich vor allem an Kleinstunternehmen und Gelegenheitshändler.
Weitere Anbieter wie Zettle (PayPal), Stripe Terminal oder myPOS bieten ähnliche SoftPOS-Funktionen an. Entscheidend bei der Wahl sind neben dem Disagio die Integration in bestehende Kassensysteme, der Kundenservice und die Verfügbarkeit einer deutschen IBAN für die Auszahlung.
Konditionen ohne Vertragsbindung: Was ist realistisch?
Für Händler, die keine langfristige Bindung eingehen wollen, lohnt ein genauer Blick auf das Kleingedruckte. Einige Anbieter – darunter Nexi SoftPOS im Einzelkauf (19,95 €) – bieten die App-Nutzung ohne Mindestlaufzeit an. Bundle-Angebote mit stationären Terminals laufen hingegen typischerweise über 48 Monate. Wer maximale Flexibilität sucht, sollte die Kaufvariante ohne Terminal in Betracht ziehen und die monatlichen Grundgebühren verschiedener Anbieter gesondert kalkulieren.
Sicherheit und Compliance: Was Händler über SoftPOS wissen müssen
SoftPOS-Zahlungen sind genauso sicher wie Zahlungen über klassische Kartenterminals. Alle seriösen SoftPOS-Lösungen erfüllen die Anforderungen des PCI-DSS-Standards (Payment Card Industry Data Security Standard) – das international gültige Regelwerk für den sicheren Umgang mit Kartenzahlungsdaten. Zertifizierungen durch Mastercard und Visa sind dabei Voraussetzung für den Betrieb.
Für die iOS-Variante gilt zusätzlich: Tap to Pay on iPhone nutzt Apples Secure Element, einen dedizierten Sicherheitschip im iPhone, der Zahlungsdaten isoliert verarbeitet. Weder Apple noch der jeweilige Payment-Anbieter haben Zugriff auf die eigentliche Kartennummer des Kunden während der Transaktion.
Ein praktischer Aspekt für Händler: Wer SoftPOS über einen zertifizierten Acquirer oder Payment Service Provider nutzt, muss in der Regel keinen eigenen PCI-DSS-Zertifizierungsprozess durchlaufen. Der Anbieter übernimmt die Compliance-Verantwortung im Rahmen des Händlervertrags.
Häufig gestellte Fragen
Wie kann ich mein iPhone als Kartenlesegerät nutzen? Mit einer SoftPOS-App und einem Händlervertrag bei einem Payment Service Provider wird das iPhone direkt zum Kartenlesegerät. Für Tap to Pay on iPhone setzt Apple mindestens ein iPhone XS voraus – das gilt unabhängig vom gewählten Anbieter. Nach der App-Installation und Aktivierung der SoftPOS-Funktion können sofort kontaktlose Kartenzahlungen entgegengenommen werden – ohne zusätzliche Hardware.
Welche Karten kann ich mit dem iPhone als Kartenlesegerät akzeptieren? SoftPOS auf dem iPhone unterstützt in der Regel Mastercard, Visa, Debit Mastercard, Visa Debit, V-Pay und Maestro. Girocards funktionieren, wenn sie mit einem internationalen Co-Badge ausgestattet sind. Apple Pay und andere digitale Wallets (Google Pay, Garmin Pay etc.) werden ebenfalls unterstützt. Die genauen akzeptierten Zahlungsmittel können je nach Anbieter leicht variieren. Eine vollständige Übersicht der von Nexi unterstützten Zahlungsmethoden finden Sie auf der entsprechenden Produktseite.
Ist SoftPOS auf dem iPhone sicher? Ja. Alle PCI-DSS-zertifizierten SoftPOS-Lösungen erfüllen dieselben Sicherheitsstandards wie klassische Kartenterminals. Bei Tap to Pay on iPhone speichert Apple weder Kartennummern noch PIN-Informationen auf dem Gerät oder auf Apple-Servern. Händler, die über einen zertifizierten Anbieter arbeiten, müssen keine eigene PCI-Zertifizierung vorweisen.
Was ist der Unterschied zwischen SoftPOS, Tap to Pay on iPhone und Phone-POS? Alle drei Begriffe bezeichnen dasselbe Konzept: das Smartphone als Zahlungsterminal ohne zusätzliche Hardware. „SoftPOS" ist der technologieneutrale Oberbegriff, „Tap to Pay on iPhone" ist Apples Bezeichnung für die NFC-Zahlungsfunktion auf iOS-Geräten, und „Phone-POS" ist eine weitere geläufige Bezeichnung, die häufig im deutschen Marktumfeld verwendet wird.
Was unterscheidet Nexi SoftPOS von anderen SoftPOS-Lösungen im deutschen Markt? Nexi ist ein in Deutschland regulierter Acquirer mit direktem Händlervertrag – im Unterschied zu einigen Wettbewerbern, die als Payment Service Provider auf Drittanbieter aufsetzen. Nexi SoftPOS unterstützt sowohl iOS (via Tap to Pay on iPhone) als auch Android, bietet Reporting über das Nexi Merchant Portal und verfügt über einen deutschen Kundenservice. Die Lizenz ist als Einzelkauf ohne Mindestlaufzeit oder im Bundle mit einem stationären Terminal erhältlich.
Funktioniert SoftPOS auch ohne Vertragsbindung? Das hängt vom Anbieter und Tarif ab. Einige Anbieter – darunter Nexi SoftPOS im Einzelkauf – bieten die App-Nutzung ohne Mindestlaufzeit an. Bundle-Pakete mit stationären Terminals laufen typischerweise über 24 bis 48 Monate. Ein genauer Blick auf das Kleingedruckte lohnt sich vor Vertragsabschluss.
Gibt es SoftPOS auch für Android? Ja. SoftPOS-Technologie ist nicht auf iPhone beschränkt – alle gängigen Anbieter unterstützen auch kompatible Android-Smartphones mit NFC-Chip. Die Einrichtung erfolgt analog über die jeweilige App des Anbieters. Weitere Informationen zur Nexi-Android-Variante finden Sie unter nexi.de/de/bezahlloesungen/softpos/tap-to-pay-on-android
Nexi Germany GmbH
Alle Preisangaben gemäß Stand Juli 2026. Konditionen können variieren – aktuelle Details finden Sie auf nexi.de/de/bezahlloesungen/softpos.