- Situativ statt ideologisch: Deutsche Konsumentinnen und Konsumenten entscheiden selbstbestimmt entlang Kontext und Bedarf, wie sie einkaufen und bezahlen
- Kriterium ist nicht online oder offline, sondern Vertrauen, Kontrolle und Effizienz
- Dadurch steigende Komplexität für Handel und Dienstleister und wachsender Bedarf an einfachen, skalierbaren Lösungen unabhängig vom Vertriebskanal
- Pragmatische Digitalisierung: Digitale Lösungen setzen sich dort durch, wo sie echten Mehrwert bieten – etwa beim Self-Checkout (35 % Nutzung) oder Mobile Payment im Geschäft (36 %)
Eschborn, 30. April 2026. Der deutsche Zahlungsmarkt wird von selbstbestimmten, situativ entscheidenden Konsumentinnen und Konsumenten geprägt, wie der aktuelle Payment Report Deutschland von Kantar Sifo und Nexi zeigt. Online- und stationärer Handel sind für die 2.500 befragten Konsumentinnen und Konsumenten kein Entweder-Oder. Entscheidend ist nicht der Kanal, sondern der konkrete Nutzungskontext: online recherchieren und vergleichen, im Geschäft testen, am Smartphone die richtige Farbe bestellen. Vertrauen, Kontrolle, Bequemlichkeit und Effizienz entscheiden, an welcher Stelle der Customer Journey was genutzt wird.
Deutlich wird in der Studie: Online-Shopping ist in Deutschland fest etabliert. 91 Prozent der Befragten haben im vergangenen Jahr online eingekauft, über alle Altersgruppen hinweg. Mobile Endgeräte sind dabei der wichtigste Einstiegspunkt, insbesondere für jüngere Zielgruppen. 61 Prozent shoppen insgesamt primär per Smartphone, bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 83 Prozent.
Vertrauen steuert die Wahl der Zahlart
Bei der Auswahl von Zahlungsmethoden setzen deutsche Verbraucher klar auf vertraute und kontrollierbare Lösungen. Online dominieren E-Wallets (52 Prozent) und Kauf auf Rechnung (32 Prozent), gefolgt von Kreditkarten (29 Prozent). Entscheidend ist dabei nicht Innovation um ihrer selbst willen, sondern der Nutzen. Ist der Mehrwert eindeutig, nutzen die Deutschen auch innovative Lösungen.
Die Anzahl möglicher Customer Journeys ist durch die Digitalisierung exponentiell gestiegen – von Click & Collect via Self-Service-Terminals, QR-Codes bis zu klassischem POS oder reinem Online-Kauf. „Für Händler und Dienstleister steigt damit signifikant die Komplexität, weil Grenzen zwischen Online- und Offline-Welt verschwimmen. Dazu kommen internationale Zahlarten, wachsende Sicherheitsanforderungen, bei gleichzeitig zunehmendem Geschwindigkeits- und Kostendruck. Wer auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben will, kommt an Omnichannel – einschließlich E-Commerce – nicht vorbei“, sagt Thomas Spreitzer, CEO Nexi DACH. „Gemeinsam mit unserer auf Omnichannel Payment spezialisierten Tochtergesellschaft Computop bieten wir Händlern und Dienstleistern die dafür notwendigen Kompetenzen und passenden Lösungen aus einer Hand.“
„Geschwindigkeit, Einfachheit und Sicherheit werden für Konsumentinnen und Konsumenten immer wichtiger – und mit Künstlicher Intelligenz kommt eine weitere Dimension hinzu, die den Handel und das Bezahlen künftig prägen wird“, so Spreitzer. „Die Studie zeigt zugleich, dass Deutschland eine sehr reife Konsumentengesellschaft ist: Menschen entscheiden je nach Situation bewusst und pragmatisch, wie sie einkaufen und bezahlen möchten. Für Händler und Dienstleister bedeutet das: Erfolgreich ist nicht, wer nur einzelne Zahlarten anbietet, sondern wer Kundinnen und Kunden über alle relevanten Kanäle hinweg eine einfache, komfortable und sichere Customer Journey ermöglicht.“
Einfachheit schlägt Innovation
65 Prozent der Befragten nennen Einfachheit als wichtigsten Faktor bei der Wahl der Zahlart. Entsprechend wirkt sich das Zahlungsangebot direkt auf die Conversion aus: 56 Prozent brechen Online-Käufe ab – bei 18 Prozent liegt der Grund dafür bei nicht passenden oder fehlenden Zahlarten.
Trotz hoher digitaler Affinität bleibt der stationäre Handel zentral für Alltags- und Nahversorgungskäufe. Digitale Lösungen ergänzen auch hier dann, wenn sie Effizienz schaffen. Self-Checkout-Kassen werden bereits von 35 Prozent genutzt (davon 14 Prozent regelmäßig). 36 Prozent nutzen Mobile Payment im Geschäft – vor allem aus Bequemlichkeit, um Bargeld und Karten nicht mitführen zu müssen. Gleichzeitig bevorzugen 61 Prozent der Nicht-Nutzer weiterhin klassische Zahlverfahren.
Pragmatische Digitalisierung statt Experimentierfreude
Der Report zeigt: Deutsche Konsumenten sind digital kompetent, aber selektiv. Innovationen werden angenommen, wenn sie Reibung reduzieren, Zeit sparen oder Sicherheit erhöhen. Wo dieser Mehrwert fehlt, bleiben bewährte Kauf- und Zahlungsverfahren Alltag.
Für Handel und Dienstleistung bedeutet das: Erfolg entsteht durch nahtlose Integration, Wahlfreiheit und Verlässlichkeit – nicht durch maximale Innovation.
Der vollständige Report ist hier erhältlich: Payment Report Deutschland 2025